„Die Zeit war noch nicht reif“1

Allerheiligen Obmann Christian Größ
„Gestern hat uns das Land die Finanzierungszusage gegeben, aber weitere Unterlagen fehlten. Es war einfach zu spät“, fasst Größ die Lage beim SV Allerheiligen zusammen. „Sportlich ist das natürlich eine riesen Katastrophe, aber wir wollten kein zweites Bad Aussee erleben. Als Funktionär sieht man die Situation nüchtern und neutral. Wir haben eben weder eine politische noch industrielle Lobby. Die Funktionäre arbeiten ehrenamtlich für den Verein und wir wären heuer einfach nicht vorbereitet gewesen. Wenn ich mir ansehe, dass in Kärnten von Förderungen in Höhe von 550.000 Euro gesprochen wird, dann muss man einmal die Relationen klarstellen. Mit diesem Geld könnten wir unser Budget für 2,5 Jahre abdecken.“
Die Vorwürfe, dass man beim SV Allerheiligen nie ernsthaft den Aufstieg in die Erste Liga angestrebt hätte, lässt Größ nicht gelten. „Natürlich wirbeln wir jetzt Staub auf, aber wir haben mit 229.000 Euro eines der niedrigsten Budgets der Regionalliga Mitte. Alle haben an einem Strang gezogen und die Wintertransfers haben wir auch in Hinblick auf einen möglichen Aufstieg getätigt. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir alles unternommen. Für uns alle war es aber eine völlig neue Situation und deshalb haben wir sicher nicht alles richtig gemacht. Trotzdem muss man sagen, dass es ein Sprung ins kalte Wasser gewesen wäre, vielleicht sollte man in Zukunft das Thema „SC Südsteiermark“ wieder aufgreifen. Möglicherweise wäre das der Weg in die Erste Liga.“
Alleine die erbrachten Aufwendungen für den Lizenzantrag kosteten dem SV Allerheiligen rund 10.000 Euro, was einem Zehntel des Spielerbudgets entspricht. „Für uns ist das viel Geld“, bestätigt Größ, „wir haben eben keinen Grad, Schleich oder sonst wen, der solche Beträge locker bezahlen kann – wir sind ein klassischer Amateurverein!“
Dass die Mannschaft und der Trainerstab sehr enttäuscht über diese Entwicklungen sind, ist legitim. Ähnlich sieht es Obmann Größ, der auch einige Veränderungen nicht ausschließen kann. „Natürlich sind der Trainer und die Spieler niedergeschlagen, sportlich ist es ein Desaster. Aber wir werden in Zukunft daraus lernen. Wir waren in einer schlechten Position.“ Ob sich deshalb einige Spieler im Sommer verabschieden werden? „Wir verlieren schon seit Jahren immer wieder Spieler, bei Brauneis wird es im Sommer sicher auch schwer, ihn zu halten. Einen Fuchshofer konnten wir auch nicht zum Bleiben überreden, ich kann ihn aber vollkommen verstehen – bei einem Angebot von dieser Größenordnung war der Spieler für uns nicht zu halten.“
Trotz der fehlenden Lizenz wünscht man sich beim SV Allerheiligen, dass die höchst erfolgreiche Saison zu einem guten Ende kommt. Größ: „Wir wollen unbedingt Meister werden.“
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Infos zu diesem Artikel
- Autor: Thomas Palmetshofer
- Bericht verfasst am: 16.03.2011 um 09:09
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