Spielabbruch in St. Florian!6.257
Nach einem Becherwurf, der Schiedsrichter Assistenten Werner Meixner eine Platzwunde zufügte, wurde das Spiel zwischen St. Florian und dem GAK in der Pause abgebrochen. Was wirklich alles passierte und die Reaktionen darauf gibt es hier.
Bei allen Verfehlungen die auch passiert sind: mit etwas mehr Fingerspitzengefühl wäre wohl der Einsatz von Pfefferspray vermeidbar gewesen.
Doch der Reihe nach: Rund 200 mitgereiste GAK-Fans sorgten zu Spielbeginn optisch und akustisch für tolle Atmosphäre im Sportpark St. Florian. Auch die Mannschaft ging engagiert zu Werke und man merkte, dass die junge Grazer Truppe unbedingt drei Punkte holen wollte um auf einem akzeptablen Tabellenplatz zu überwintern. Durch Stefan Nutz hätten die Grazer auch in Führung gehen können, doch er scheiterte mit seinem Kopfball am ausgezeichneten Florianer Keeper Samuel Radlinger.
In Führung gingen aber dann die Heimischen. Florian Templ verwertete einen Foulelfmeter, der zwar die Roten aufbrachte, doch durchaus zu geben war. Kurz vor der Pause wurden die Nerven der Grazer weiter strapaziert. Zunächst erhöhte Gregor Schmidthaler für Florian auf 2:0 und dann wurde Roland Kollmann im Strafraum gelegt. Für Kollmann naturgemäß ein Elfmeter, für Schiedsrichter Weinberger aber nicht. Es war wohl einen 50:50 Szene, die man geben kann oder auch nicht. Auf jeden Fall keine Angelegenheit um völlig auszurasten. Was aber dann leider passierte …
Beim Abgang der Schiedsrichter wurden diese schon von einer Handvoll Grazern verfolgt. Der negative Höhepunkt dabei: Assistent Werner Meixner wurde verletzt! War zunächst in der ausgebrochenen Hektik noch von einer Flasche die Rede, klärte sich schnell auf, dass der Assistent von einem gefüllten Becher getroffen wurde und blutend zusammen brach. Die genauen Schilderungen dieses Vorfalls gibt Schiedsrichter Julian Weinberger hier im Interview wieder. Die Folgen waren klar: Spielabbruch!
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Nachdem Assistent Werner Meixner schon auf dem Weg in das Krankenhaus war und die beiden Kollegen den Weg in die Katakomben fanden, war aber leider noch lange nicht Ruhe im sonst so friedlichen Florianer Sportpark. Der Großteil der GAK-Fans sammelte sich vor dem Abgang zu den Schiedsrichterkabinen, der von der Polizei abgeriegelt wurde. Es blieb auch zunächst ruhig und während einige Grazer abzogen, war der Rest zumeist bei einem Getränk oder im Gespräch zugange.
Hitzig wurde es in dieser Phase eher auf Funktionärsebene, wo zahlreiche Diskussionen geführt wurden. Mittendrin auch der anwesende ÖFB-Präsident Leo Windtner, der die Vorfälle hautnah miterlebte. Während die meisten Betreuer schockiert waren, fanden andere auch sehr deutliche Worte, wie eben Leo Wintner (siehe weiter unten). Beim GAK hatte man allerdings schnell den Schuldigen beim Heimverein ausgemacht und kritisierte den Ordnerdienst. Keine Frage, Ordner und auch Polizei hätten sich besser verhalten können, doch gegen einen fliegenden Becher kann man nur schwer etwas unternehmen. Wo die Schuldigen für diesen traurigen Zwischenfall zu suchen sind, liegt eigentlich auf der Hand. Dabei sei aber explizit erwähnt, dass es der Großteil der mitgereisten Grazern positiv aufgefallen ist und sich nur eine kleine Gruppe negativ hervor tat, um wieder für unangenehme Schlagzeilen zu sorgen. Vielleicht wäre der GAK gut beraten, sich diesem Problem zu stellen und es ebenso offensiv anzugehen, wo ansonsten die Fehler bei Anderen gesucht werden.
Leider war der Nachmittag damit noch nicht zu Ende, denn es sollten noch kleinere Handgemenge zwischen Grazern und der Polizei folgen. Demnach rückte dann auch entsprechende Verstärkung der Exekutive an, was natürlich alles andere als deeskalierend war. Nach dem schon eine gute Stunde verstrichen ist, war das Ziel der Beamten klar: raus mit allen übrigen Grazern. Das ging mitunter sehr unsanft über die Bühne, wobei es auch wieder schwer ist, eine klare Linie der Beurteilung zu finden. Einerseits ist es logisch, dass alles viel einfacher gegangen wäre, wenn die verbliebenen GAK-Fans einfach das Stadion verlassen hätten. Da sie das aber nicht taten, packte die Polizei den Pfefferspray aus um diesen unverhältnismäßig einzusetzen. Die Situation hätte man wohl auch anders lösen können.
Was bleibt ist natürlich wieder ein schlechter Nachgeschmack und Unzufriedenheit auf allen Seiten. Die Florianer bangen nun um die Punkte und fürchten, dass man Ihnen wegen „Versagen des Ordnerdienstes“ das Leben schwer macht. Der GAK muss sich nun wieder mit negativen Schlagzeilen rumschlagen, obwohl man sicher andere Sorgen hat.
Reaktionen nach dem Spiel:
Klemens Kirchmair, Sportlicher Leiter St. Florian:
„Ich bin erschüttert und frustriert, weil wir uns im letzten Spiel eigentlich einen schönen Saisonabschluss gewünscht haben. Mit dem 2:0 hat es zur Pause auch danach ausgesehen. Und dann passiert sowas, das nichts mit dem Sport zu tun hat. Da geht es einigen nur um Aggression und wir sind die Leidtragenden. Es wäre ungerecht, wenn wir aufgrund dieses Aggressionspotenzials wegen Ordnerversagen mit 0:3 davonkommen, obwohl die ganze Exekutive da war. Außer Spesen nix gewesen - wir sind ein Amateurverein mit ehrenamtlichen Funktionären und kommen durch solche Aktivitäten zum Handkuss. Das sehe ich nicht ein, da muss man einmal die Fanfrage stellen.“
Raimund Pock, Vizepräsident GAK:
„Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nur sagen, dass ich nicht genau weiß, wie es zu diesem Zwischenfall gekommen ist. Es ist leider so, dass ein Schiedsrichter verletzt ist, am Kopf blutet. Wir werden natürlich alles in unserer Macht stehende unternehmen, um die Sache aufzuklären.“
Herfried Sabitzer, Co-Trainer GAK:
„Ich habe gesehen, dass in der Pause einige Fans auf das Spielfeld gekommen sind. Das ist nicht zu dulden. Aber man muss auch St. Florian fragen, denn die wissen auch, dass beim GAK viele Fans mitkommen. Darauf müssen sie besser vorbereitet sein.“
Leo Windtner, ÖFB-Präsident:
„Diese Vorfälle sind sehr bedauerlich und dürfen keinen Platz auf den Fußballfeldern haben. Es sind die Vereine aufgerufen, all diese Elemente sofort zu identifizieren, zu isolieren und hinauszuwerfen. Denn das ist die größte Gefahr für den Fußball, dass wir hier immer mehr gewalttätige Szenen zusammenbringen. Das hat auf dem Fußballfeld keinen Platz und wir brauchen hier die positiven Fans und vor allem auch das Vertrauen aller Fußballfans, dass es auf den Plätzen ordentlich hergeht.“
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Alle Spiele der 15. Runde
| Pasching - Feldkirchen | 1:0 (0:0) | Bericht |
| Weiz - Klagenfurt | 0:1 (0:1) | Bericht |
| Sturm A. - Vöcklamarkt | 1:1 (0:0) | Bericht |
| SAK - Voitsberg | 2:1 (1:1) | Bericht |
| St. Florian - GAK | 3:0 (:) | Bericht |
| Leoben - BW Linz | 0:0 (0:0) | Bericht |
| Gleinstätten - FC Wels | 3:0 (2:0) | Bericht |
| LASK Jr. - Allerheiligen | 3:0 (1:0) | Bericht |
Infos zu diesem Artikel
- Autor: Redaktion
- Spielbericht verfasst am: 13.11.2010 um 17:59
ASK Voitsberg
Austria Klagenfurt
DSV Leoben
FC BW Linz
FC Pasching
FC Wels
GAK
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Union St. Florian
UVB Vöcklamarkt
