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Amateurteams sollten wieder aufsteigen dürfen!1

Remo Mally klopft gewaltig an die Tür des Profifußballs, wir unterhielten uns mit dem 20-jährigen Innenverteidiger der Austria Amateure. Nach den ersten "Gehversuchen" in der Jugendabteilung des steirischen Traditionsvereins SV Flavia Solva, absolvierte er fünf Jahre lang die Austria Akademie bevor es zu den Amateuren ging. Im letzten Spiel der Hinrunde durfte er gegen Red Bull Salzburg auch schon Bundesligaluft schnuppern, in der Woche davor gab es bereits das europäische Highlight gegen den schwedischen Klub Malmö FF. Beide Male spielte die Nachwuchshoffnung durch.

Zwei Jahre läuft der Vertrag von Remo Mally noch bei der Austria, im Frühjahr möchte er vermehrt in der Bundesliga zum Einsatz kommen.

regionalliga.at: Du bist einer jener Amateurspieler, die am Sprung in die Kampfmannschaft stehen. Dabei gibt es immer das Problem, das ihr mit der Kampfmannschaft trainiert, aber bei den Amateuren spielt. Wie geht es dir mit dem Hin- und Herpendeln?

Remo Mally: „Ja es stimmt, ich trainiere immer mit der Kampfmannschaft,  sehe aber keinen Nachteil wenn ich ‘unten‘ meine Einsätze bekomme. Man muss sowieso jedes Spiel 100 % geben und nur durch Spiele lernt man auch dazu. Dabei ist es egal ob das bei den Profis oder in der Regionalliga ist.“

Amateurspieler die auch in der KM eingesetzt werden, haben ja im Sommer fast keinen Urlaub, da die Meisterschaft zwei Wochen länger dauert und dann gleich die Vorbereitung mit der KM beginnt – wie geht es dir damit? Sollte man da nicht die Ligen anpassen?

„Ich kann nur so viel dazu sagen, bei mir war es heuer so, dass ich auch drei Wochen frei hatte, weil ich schon zum Kader der Profis dazu gehöre. Vor einem Jahr war es allerdings so, dass ich weniger frei gehabt habe, allerdings muss man dabei eher das Positive als das Negative sehen. Wenn man mit den Profis trainieren kann, ist das eine super Erfahrung und für jeden jungen Spieler ein Ansporn.“

In der Regionalliga Ost sind insgesamt vier Amateurteams dabei, viele sprechen dabei immer von Wettbewerbsverzerrung, da es ja für euch quasi nur um den Klassenerhalt geht. Wie stehst du dazu?

„Ich finde dass es egal ist ob man ein Amateurteam ist oder nicht. Man will sich einfach Tag für Tag verbessern und das sehe ich nicht für einen Nachteil. Da habe ich eher kein Verständnis für die Regelung, warum Amateurteams nicht aufsteigen dürfen. Es ist immer ein Ansporn wenn wir dann z.B. das kleine Wiener Derby spielen, da ist jeder noch mehr motiviert. Schade ist es nur das sehr wenige Zuschauer ins Stadion finden und sich so ein Match anschauen.“

Es wird zum wiederholten Male darüber diskutiert, die Amateurvereine ab der nächsten Saison aus dem Cupbewerb zu verbannen. Gerade die Austria Amateure haben ja immer wieder für Furore gesorgt (Anm.  Halbfinalaus gegen Admira in der Saison 2008/09). Wie verfolgt ihr diese Diskussion?

„Man sieht einfach, dass im Cup alles möglich ist, auch wenn man ein Außenseiter ist. Ich verstehe es ganz und gar nicht warum diese Regel aufgestellt wird. jeder sollte dieselben Chancen haben und das soll auch so bleiben.“

Wird es für euch Amateurspieler jetzt leichter in die KM zu kommen, da ja euer Trainer Ivica Vastic zum Cheftrainer befördert wurde?

„Das darf man nicht so sehen. Wir haben zwar einen neuen Trainer bei der Kampfmannschaft bekommen, die Karten sind für jeden neu gemischt geworden und jeder hat die gleichen Chancen. Schlussendlich entscheidet der Trainer welche elf Spieler beginnen und welche sieben auf der Bank sitzen."

Inwiefern unterscheiden sich Ivica Vastic und Herbert Gager als Trainer?

„Herbert Gager war schon in der Akademie mein Trainer und Ivo Vastic bei den Amateuren. Ich finde beide Trainer sind große Persönlichkeiten, zu denen man als junger Spieler einfach aufschauen kann. Natürlich haben beide ihre Qualitäten, sonst wären sie nicht noch so weit gekommen in ihrer Trainerlaufbahn."

Wo liegen deine Stärken und Schwächen?

„Ich finde man lernt im Fußball nie aus, jeder Tag ist eine neue Herausforderung um hart an sich zu arbeiten und die Schwächen zu kompensieren. Die Stärken soll ein anderer beurteilen, da könnt ihr ja bei meinen Trainern nachfragen."

Werden wir bei Gelegenheit nachholen. Orientierst du dich an anderen Spielern? Gibt es Vorbilder?

„Ja mein Vorbild ist Carles Puyol von Barcelona, weil er einfach eine große Persönlichkeit ist und sehr ehrgeizig. Wenn man sieht, dass er erst beim vierten Versuch in die Barcelona-Schule aufgenommen wurde, ist das für mich natürlich ein Wahnsinn. Es zeigt mir, dass man sein Ziel nie aus den Augen verlieren sollte.“

Gerade als Verteidiger braucht man ja Führungsspieler – wer tritt da bei der Austria als Vaterfigur auf?

„Es gibt viele die ich bei der Austria sehr schätze. Aber für mich gibt es natürlich zwei Bezugspersonen - das sind Georg Margreitter und Manuel Ortlechner.“

Infos zu diesem Artikel

  • Autor: Martin Löscher
  • Bericht verfasst am: 14.02.2012 um 08:05
  • Foto: Christian Hofer