Der schwierige Weg zahlt sich aus1
Wydra und Grozurek haben es schnell nach oben geschafft
„Kaum jemand hätte uns so eine Performance mit unserer sehr jungen Mannschaft zugetraut“, kommt ein merklich stolzer Zoran Barisic aufgrund der starken Leistungen seiner Mannschaft ins Schwärmen. Auch wenn die Endplatzierung bei einem Amateurteam natürlich nicht das Wichtigste ist, macht es das Arbeiten doch leichter. „Vorrangig wollen wir – wie jede andere Amateurmannschaft auch – Spieler an die Kampfmannschaft heranführen. Dass es so schnell geht, wie heuer bei Dominik Wydra und Lukas Grozurek freut mich besonders. Vor allem deshalb, weil sie es geschafft haben, obwohl Rapid derzeit die Tabelle in der Bundesliga anführt und die Mannschaft gut in Schuss ist.“
„Es geht um schönen Fußball“
Für die Rückrunde wird ein einstelliger Tabellenplatz als Ziel vorgegeben, die Jungs brennen aber auf mehr. „Natürlich wollen die Jungs oben dran bleiben und vielleicht sogar Meister werden.“ Leichter wird es für die Rapid Amateure im Frühjahr mit Sicherheit nicht, denn die Mannschaft hat sich durch ihre Leistungen Respekt in der Liga erarbeitet. Barisic geht es in erster Linie um sehenswerten Fußball: „Wir haben zum Beispiel im Herbst ein sehr, sehr gutes Spiel gegen den SV Horn abgeliefert. Da haben beide Mannschaften nach vorne gespielt, es war wirklich sehr schön anzusehen.“
„In Österreich wird leider der einfache Weg gesucht“
Der Schlüssel zum Erfolg liegt bei den jungen Hütteldorfern in der durchgehenden Spielphilosophie. „In Österreich wird meist zu viel Wert auf das Verteidigen gelegt. Es ist immer leichter auf Konter zu spielen, als selbst das Spiel zu kontrollieren. Leider wird in Österreich immer mehr der einfache Weg gesucht, sich hinten rein zu stellen und zu kontern. Ein Spieler kann sich aber nur verbessern, wenn man das Spiel offensiv und vor allem aktiv anlegt. Natürlich wird es immer Rückschläge geben, aber die nehmen wir in Kauf.“ Als Vorbild nennt der ehemalige Cheftrainer bei den Grün-Weißen die Spielweise der Jugendmannschaften in Spanien und den Niederlanden.
„Amateurteams sind nirgends erwünscht“
Auch in einem anderen Punkt blickt ‘Zoki‘ ein wenig neidisch Richtung Spanien. „Dort stört es niemanden, dass der FC Barcelona mit seiner zweiten Mannschaft in der zweiten Liga spielt. Aber bei uns sind Amateurteams nirgends erwünscht. Da muss man sich leider immer wieder fragen, geht es in Österreich um den Fußball, oder um das persönliche Interesse einiger Herrschaften?“ Hier bemängelt Barisic die Strukturen im Nachwuchs: „Wir sind zusammen mit der Schweiz – und die werden das bald ändern – das einzige Land in Europa, wo es keine U-19 gibt. Jetzt spielen wir ja eh schon mit 17-jährigen in den Amateurmannschaften, wo liegt denn da bitte die Wettbewerbsverzerrung?“ Angesprochen auf die angedachte Reform, die Amateurteams im kommenden Jahr aus dem ÖFB-Cup zu verbannen, reagiert er überrascht: „Davon höre ich jetzt das erste Mal, aber es wäre ein weiterer Schritt in eine falsche Richtung. Sollte es wirklich soweit kommen, muss man sich etwas überlegen um dies zu kompensieren. Etwa einen eigenen Amateure-Cup, oder Turniere, die in dieser Zeit stattfinden.“
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Infos zu diesem Artikel
- Autor: Martin Löscher
- Bericht verfasst am: 17.02.2012 um 08:39
- Foto: Christian Hofer
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