Die RLW steht offenbar vor einer Reform1

Die Treibende Kraft in dieser Diskussion ist der Präsident des Tiroler Fußballverbandes, Dr. Josef Geisler. Er sieht in der RLW keine Zukunft, möchte diese unbedingt reformieren und ist daher in den westlichen Bundesländern auf Stimmenfang. Auslöser für die neuerliche Diskussion ist offenbar das ungelöste Sicherheitsproblem bei Auswärtsspielen von Austria Salzburg in Tirol und Vorarlberg. Die Gastspiele des Traditionsvereins stehen stets auf wackeligen Beinen, die Auflagen der Behörden sind mittlerweile so streng, dass sie zu echten Kostenfallen werden können.
Es mag unglaublich klingen, aber Fanprobleme scheinen hierzulande tatsächlich eine Ligareform zu beschleunigen. Austria Salzburg spielt seit Sommer 2010 in der Regionalliga West und es kommt einem Trauerspiel gleich, dass bisher keine Lösung gefunden werden konnte, um drohende Zusammenstöße zwischen Fans der Salzburger und Wacker Innsbruck im Vorfeld ohne championsleaguetaugliche Sicherheitsvorkehrungen zu vermeiden. Anstatt den Hebel bei Behörden anzusetzen, soll offenbar wegen ein paar Verrückten eine traditionsreiche Liga und bei den meisten Vereinen hoch angesehene Liga reformiert werden.
Wie soll nun diese Reform aussehen? Das ist ungewiss. Es heißt, dass um den 10. Februar eine Lösung präsentiert werden soll, doch sicher scheint auch das nicht. Bis 31. März muss eine etwaige Änderung der Durchführungsbestimmungen über die Bühne gegangen sein, das wäre der spätest mögliche Zeitpunkt um ab der Saison 2013/2014 eine neue Ligastruktur zu schaffen. Dr. Geisler dürfte sich schwer tun, er stößt mit seinen Plänen auf breite Ablehnung, braucht jedoch die Zustimmung aus Vorarlberg und Salzburg um diese umsetzen zu können. Selbst die Tiroler Westligisten sind der Regionalliga alles andere als abgeneigt. Zwar werden immer wieder die hohen Kosten bemängelt, aber so ist es nun mal – Fußball kostet Geld. FC Pinzgau Trainer Hannes Rottenspacher bringt es auf den Punkt: "Die Vereine in der Regionalliga müssen halt einfach finanziell solide arbeiten. Wir haben als Aufsteiger aus der Salzburger Liga überhaupt keine finanziellen Probleme in der Regionalliga."
regionalliga.at sprach mit einigen Verantwortlichen, für die Mehrheit steht fest, dass die Regionalliga West sportlich sehr wertvoll ist und eine Abschaffung daher alles andere als wünschenswert. Auffallend ist, dass man in Vorarlberg, das derzeit mit vier Klubs in der Liga vertreten ist, die RLW mittlerweile etwas kritischer betrachtet - vor wenigen Jahren, als noch sieben Ländle-Klubs dabei waren sah dies natürlich anders aus. Aus Salzburg spielten in der Saison 2006/2007 gar nur drei Vereine in der RLW, ein Jammern war damals nicht zu vernehmen - Toni Feldinger, sportlicher Leiter des SV Seekirchen merkt völlig richtig an: "Doch noch vor einigen Jahren mussten wir sehr oft nach Vorarlberg fahren - und da haben wir uns auch nicht aufgeregt." Auch für Vorarlberg könnte sich die Situation rasch wieder ändern, dafür müsste sich nur ein Verein finden, der aus der Vorarlbergliga aufsteigen möchte. Mit dem FC Lustenau könnte zusätzlich ein alter Bekannter von oben hinzu kommen und schon wären wieder viele glücklicher. Es ist Zeit, sich mit Gegebenem abzufinden und das beste draus zu machen.
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die alljährliche Diskussion im Sand verläuft oder ob es tatsächlich zu einer Reform kommt. Die Vereinsverantwortlichen würden gerne eine Änderung nach oben sehen, in Worten "Direktaufstieg" und "Aufstockung der Zweiten Liga".
Teil 2 – die Meinungen der Verantwortlichen
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- Autor: Redaktion
- Bericht verfasst am: 02.02.2012 um 16:30
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